Fischarten in Bayern: 39 Arten mit Bild
Alle 39 wichtigen Fischarten in Bayern mit Zeichnung und Foto, dazu Merkmale, Rote-Liste-Status, Mindestmaß, Schonzeit und typische Gewässer.
Wer in Bayern die Fischerprüfung ablegt, muss Fischarten nach Bild erkennen, Schonzeiten und Mindestmaße kennen und wissen, wo sie vorkommen. Dafür ist dieser Überblick gebaut: zu jeder Art Zeichnung, Foto, Regeln aus der Verordnung und Gewässer im Freistaat.
Aufgenommen sind 38 Fisch- und Krebsarten, die in Prüfung und am Wasser wirklich eine Rolle spielen, dazu seltene und ganzjährig geschützte. Bayern hat insgesamt 93 Fisch- und Rundmaularten, davon 75 heimische bewertet.1
Schonzeiten und Mindestmaße stammen aus der Anlage zur Ausführungsverordnung zum Bayerischen Fischereigesetz (AVBayFiG), Fassung ab 1. Juni 2025.2
Alle Fischarten in Bayern auf einen Blick
Die Tabelle fasst die Regeln zusammen. Sie gelten für Fließgewässer und Seen in Bayern. Gewässerbewirtschafter dürfen strengere Regeln festlegen, zum Beispiel höhere Mindestmaße oder Fangbeschränkungen (am Walchensee etwa).3
Einige Regeln gelten nur in bestimmten Flussgebieten (Donau, Rhein, Elbe, Weser), das steht jeweils beim Eintrag.
| Art | Gewässertyp | Schonzeit | Mindestmaß |
|---|---|---|---|
| Hecht | Seen, Flüsse, Altwasser | 15.2. bis 30.4. | 50 cm |
| Zander | Seen, Flüsse, Stauseen | 15.2. bis 30.4. | 50 cm |
| Flussbarsch | Seen, Flüsse, Teiche | keine | keines |
| Wels | große Flüsse, Seen, Baggerseen | keine | keines |
| Rapfen | große Flüsse, Staustufen | 1.3. bis 30.4. | 40 cm |
| Quappe (Trüsche, Rutte) | Seen, Flüsse | keine | 40 cm |
| Aal | Flüsse, Seen, Kanäle | 1.10. bis 31.12. | 50 cm |
| Karpfen | Teiche, Seen, langsame Flüsse | keine | 35 cm |
| Schleie | Weiher, Seen, Altwasser | 1.5. bis 30.6. | 26 cm |
| Brachse (Brassen) | Seen, Flüsse | keine | keines |
| Rotauge (Plötze) | Seen, Flüsse, Teiche | keine | keines |
| Rotfeder | Weiher, Seen, Altwasser | keine | keines |
| Döbel (Aitel) | Flüsse, Bäche | keine | keines |
| Aland (Nerfling, Orfe) | Flüsse, Altwasser, Seen | 1.3. bis 30.4. | 30 cm |
| Barbe | Flüsse mit Kiesgrund | 1.5. bis 30.6. | 40 cm |
| Nase | Flüsse mit Kiesgrund | 1.3. bis 30.4. | 30 cm |
| Hasel | Bäche, kleinere Flüsse | 1.3. bis 30.4. | keines |
| Giebel | Teiche, Altwasser, Baggerseen | keine | keines |
| Gründling | Bäche, Flüsse, Seen | keine | keines |
| Ukelei (Laube) | Seen, Flüsse | keine | keines |
| Kaulbarsch | Flüsse, Seen | keine | keines |
| Zährte (Seerüssling) | große Flüsse | keine | keines |
| Elritze | Gebirgsbäche, klare Seen | 1.5. bis 30.6. | keines |
| Bachforelle | Bäche, kleine Flüsse | 1.10. bis 15.3. | 26 cm |
| Regenbogenforelle | Teiche, Seen, Flüsse | 15.12. bis 15.3. | 26 cm |
| Seeforelle | große Seen und ihre Zuflüsse | 1.10. bis 15.3. | 60 cm |
| Äsche | kühle Flüsse | 1.1. bis 30.4. | 35 cm |
| Huchen (Donaulachs) | große, kühle Donauzuflüsse | 15.2. bis 30.6. | 90 cm |
| Bachsaibling | Bäche, Forellenteiche | keine | keines |
| Seesaibling | tiefe Alpenseen | 1.10. bis 31.12. | 30 cm |
| Renke (Felchen, Maräne) | tiefe Seen | 15.10. bis 31.12. | 30 cm |
| Edelkrebs | Bäche, Weiher | Weibchen 1.10. bis 31.7., Männchen keine | 12 cm |
| Karausche | siehe unten | ganzjährig | Fang verboten |
| Bitterling | siehe unten | ganzjährig | Fang verboten |
| Schlammpeitzger | siehe unten | ganzjährig | Fang verboten |
| Zope | siehe unten | ganzjährig | Fang verboten |
| Koppe (Groppe) | siehe unten | 1.2. bis 30.4. | keines |
| Meerforelle | siehe unten | ganzjährig | Fang verboten |
| Atlantischer Lachs | siehe unten | ganzjährig | Fang verboten |
Schonzeit und Mindestmaß stehen immer in der Verordnung. Ein Fisch ohne Schonzeit und ohne Mindestmaß darf trotzdem nur mit gültigem Fischereischein und Erlaubnisschein des Gewässers gefangen werden.
Der Rote-Liste-Status stammt aus der bayerischen Roten Liste der Fische von 2021.4 Fotos stammen von Wikimedia Commons, Urheber und Lizenz stehen jeweils unter dem Bild.
Mehr zu den Karten findest du in unserem Artikel Angelkarte Bayern.
Schonzeiten und Mindestmaße
Schonzeit und Mindestmaß jeder Art stehen in der Übersichtstabelle oben und im jeweiligen Steckbrief. Sie stammen aus der Anlage zur AVBayFiG in der Fassung ab 1. Juni 2025.2
Alle Schonzeiten mit Monatskalender und Sonderregeln: Schonzeiten Bayern.
Wo du die Arten befischen kannst, zeigt der Überblick der Angelseen in Bayern. Die Fristen übst du im Prüfungstrainer für die Fischerprüfung.
Raubfische
Wer Raubfische erkennt, hat in der Prüfung viele Punkte sicher: Sie haben ein weites Maul mit Zähnen und stehen meist an der Spitze der Nahrungskette.

Hecht
- Schonzeit
- 15.2. bis 30.4.
- Mindestmaß
- 50 cm
- Größe
- meist 50 bis 100 cm, selten über 120 cm
- Rote Liste Bayern 2021
- ungefährdet
Der Körper ist lang gestreckt, das Maul läuft wie ein Entenschnabel flach aus und trägt viele spitze Zähne. Die Rückenflosse sitzt weit hinten, direkt über der Afterflosse. Die Flanken sind grünlich mit hellen, unregelmäßigen Flecken. Er lauert als Standräuber in verkrauteten Uferzonen, im Schilf und an versunkenem Holz. In Bayern fängst du ihn in Chiemsee, Starnberger See und Ammersee ebenso wie in Altmühlsee, Donau, Main und den Altwassern.

Zander
- Schonzeit
- 15.2. bis 30.4.
- Mindestmaß
- 50 cm
- Größe
- meist 40 bis 80 cm, selten über 100 cm
- Rote Liste Bayern 2021
- ungefährdet
Wie der Barsch hat der Zander zwei getrennte Rückenflossen, die vordere trägt Stachelstrahlen. Der Körper ist schlank, die Augen wirken glasig, im Maul sitzen deutliche Fangzähne. Die Zeichnung aus dunklen Querbinden ist blasser als beim Barsch, Flossen ohne Rot. Er bevorzugt trübes, nährstoffreiches Wasser, tiefere Seen und langsam fließende Flüsse mit Staustufen. In Bayern kommt er in Donau und Main mit ihren Staustufen vor, im Fränkischen Seenland sowie in Ammersee, Chiemsee und Starnberger See.

Flussbarsch
- Schonzeit
- keine
- Mindestmaß
- keines
- Größe
- meist 15 bis 35 cm, selten über 45 cm
- Rote Liste Bayern 2021
- ungefährdet
Zwei Rückenflossen, die vordere mit harten Stachelstrahlen und einem schwarzen Fleck am Ende. Auf den grünlichen Flanken stehen fünf bis neun dunkle Querbinden, Bauch-, After- und Schwanzflosse leuchten rötlich. Junge Barsche leben im Schwarm, große Tiere jagen einzeln an Kanten, Schilfgürteln und Stegen. In Bayern ist er in fast allen Seen und größeren Flüssen zu finden, vom Chiemsee bis zu den Baggerseen in Franken.

Wels
- Schonzeit
- keine
- Mindestmaß
- keines
- Größe
- meist 100 bis 200 cm, in Ausnahmen über 250 cm
- Rote Liste Bayern 2021
- ungefährdet
Der Wels ist der größte heimische Süßwasserfisch. Der schuppenlose, schleimige Körper läuft in einen seitlich flachen Schwanz aus, die Afterflosse ist extrem lang, die Rückenflosse winzig. Das breite Maul trägt sechs Barteln: zwei lange am Oberkiefer und vier kurze am Unterkiefer. Er hält sich tagsüber in tiefen Kolken und unter Unterständen auf und jagt nachts. In Bayern lebt er vor allem in Donau, Main und deren Zuflüssen, dazu in Baggerseen und im Fränkischen Seenland.

Rapfen
- Schonzeit
- 1.3. bis 30.4.
- Mindestmaß
- 40 cm
- Größe
- meist 40 bis 70 cm, selten über 90 cm
- Rote Liste Bayern 2021
- ungefährdet
Der Rapfen ist der einzige heimische Weißfisch, der sich räuberisch ernährt. Das Maul ist weit gespalten und reicht bis unter das Auge, der Unterkiefer hat vorn einen Höcker. Der Körper ist langgestreckt und silbrig, die Bauch- und Afterflosse sind rötlich. Er jagt im Freiwasser großer Flüsse Ukelei und andere Kleinfische, oft mit sichtbaren Schlägen an der Oberfläche. In Bayern findest du ihn in Donau, Main und Inn.

Quappe (Trüsche, Rutte)
- Schonzeit
- keine
- Mindestmaß
- 40 cm
- Größe
- meist 30 bis 60 cm, selten über 80 cm
- Rote Liste Bayern 2021
- ungefährdet
Die Quappe ist der einzige Süßwasserdorsch. Sie hat zwei Rückenflossen (die erste kurz, die zweite lang), eine einzelne Bartel am Kinn und einen marmorierten, schleimigen Körper. Die Schwanzflosse ist abgerundet. Sie lebt versteckt unter Steinen und Wurzeln, ist nachtaktiv und laicht als Kaltwasserfisch im Winter. In Bayern kommt sie in den großen Alpenrandseen wie Starnberger See und Chiemsee sowie in Flüssen wie Isar und Inn vor.

Aal
- Schonzeit
- 1.10. bis 31.12.
- Mindestmaß
- 50 cm
- Hinweis
- gilt nur im Rhein-, Elbe- und Wesergebiet (also auch am Main), nicht im Donaugebiet
- Größe
- Weibchen meist 50 bis 100 cm, Männchen kleiner
- Rote Liste Bayern 2021
- gefährdet
Der Körper ist schlangenförmig, Rücken-, Schwanz- und Afterflosse gehen als ein durchgehender Saum ineinander über. Die Schuppen sind winzig und in die schleimige Haut eingebettet. Es gibt nur Brustflossen, keine Bauchflossen. Der Aal wandert zum Laichen ins Meer (Sargassosee) und kehrt als Glasaal zurück. Er versteckt sich tagsüber in Höhlen und Spalten. In Bayern stammen die meisten Aale aus Besatz, etwa in Main und Regnitz sowie in einzelnen Seen.
Friedfische und Kleinfische
Zu den Karpfenartigen gehören die meisten heimischen Arten. Entscheidend für die Bestimmung sind Maulstellung, Barteln, Flossenansatz und Form der Afterflosse.

Karpfen
- Schonzeit
- keine
- Mindestmaß
- 35 cm
- Größe
- meist 40 bis 70 cm, Zuchtfische bis über 100 cm
- Rote Liste Bayern 2021
- Vorwarnliste (Wildform)
Am Maul stehen vier Barteln (zwei Paare). Die lange Rückenflosse hat einen gesägten Hartstrahl. Wildkarpfen sind lang gestreckt, Zuchtformen hochrückig und je nach Beschuppung als Schuppen-, Spiegel- oder Lederkarpfen bekannt. Er lebt am Grund und wühlt nach Insektenlarven, Muscheln und Pflanzen. Wild vermehrt er sich nur in warmen, flachen Gewässern. In Bayern ist er vor allem ein Teichfisch: Das Aischgrund in Mittelfranken und die Oberpfalz sind berühmte Karpfenregionen, dazu kommen Weiher, Baggerseen und das Fränkische Seenland.

Schleie
- Schonzeit
- 1.5. bis 30.6.
- Mindestmaß
- 26 cm
- Größe
- meist 25 bis 45 cm, selten über 60 cm
- Rote Liste Bayern 2021
- ungefährdet
Der Körper ist gedrungen, olivgrün und mit sehr kleinen Schuppen unter dickem Schleim bedeckt. Alle Flossen sind abgerundet, an jedem Maulwinkel sitzt ein kurzer Bartfaden. Die Augen sind klein und rötlich. Sie steht gern in verkrauteten, schlammigen Stillwasserbereichen und ist bei kaltem Wasser kaum aktiv. In Bayern steht sie in Weihern, Altwassern und ruhigen Buchten der Seen.

Brachse (Brassen)
- Schonzeit
- keine
- Mindestmaß
- keines
- Größe
- meist 30 bis 50 cm, selten über 70 cm
- Rote Liste Bayern 2021
- ungefährdet
Der Körper ist hochrückig und seitlich stark abgeflacht, die Afterflosse mit 24 bis 30 Strahlen lang. Das Maul ist unterständig und kann rüsselartig vorgestreckt werden. Die Färbung ist silbrig bis bronzefarben, die Flossen sind grau. Brachsen ziehen im Schwarm über weichem Grund und sind typisch für nährstoffreiche Seen und die Brachsenregion der Flüsse. In Bayern lebt sie in Donau, Main, den Staustufen und größeren Seen.

Rotauge (Plötze)
- Schonzeit
- keine
- Mindestmaß
- keines
- Größe
- meist 15 bis 30 cm, selten über 40 cm
- Rote Liste Bayern 2021
- ungefährdet
Das Rotauge ist silbrig, die Iris leuchtet rot bis orange, Bauch- und Afterflosse sind blassrot. Die Rückenflosse beginnt über dem Ansatz der Bauchflossen, das Maul ist endständig. Verwechslungsgefahr besteht mit der Rotfeder. Es lebt fast überall, in Seen und Flüssen, und ist oft der häufigste Fisch am Gewässer. In Bayern ist es nahezu überall zu finden.

Rotfeder
- Schonzeit
- keine
- Mindestmaß
- keines
- Größe
- meist 15 bis 30 cm, selten über 40 cm
- Rote Liste Bayern 2021
- ungefährdet
Der Körper ist hochrückig, golden schimmernd, alle Flossen sind blutrot. Das Maul ist oberständig, die Rückenflosse beginnt hinter dem Ansatz der Bauchflossen. Zwischen Bauch- und Afterflosse verläuft ein Kiel mit Schuppen. So unterscheidest du sie vom Rotauge. Sie steht dicht unter der Oberfläche in verkrauteten, warmen, ruhigen Gewässern. In Bayern steht sie in Weihern, Altwassern und verkrauteten Seeufern.

Döbel (Aitel)
- Schonzeit
- keine
- Mindestmaß
- keines
- Hinweis
- in Bayern meist Aitel genannt
- Größe
- meist 30 bis 50 cm, selten über 60 cm
- Rote Liste Bayern 2021
- ungefährdet
Der Körper ist kräftig und walzenförmig, der Kopf groß mit breitem, endständigem Maul. Die großen Schuppen haben dunkle Ränder, die Afterflosse ist nach außen gerundet (beim Aland nach innen gebogen). Er steht in kleinen Rudeln an Unterständen und in Strömungskanten, vom Bach bis zum großen Fluss. In Bayern ist er in Main, Regnitz, Donau, Isar und ihren Zuflüssen häufig.
Aland (Nerfling, Orfe)
- Schonzeit
- 1.3. bis 30.4.
- Mindestmaß
- 30 cm
- Hinweis
- in der Verordnung als Nerfling geführt
- Größe
- meist 30 bis 50 cm, selten über 70 cm
- Rote Liste Bayern 2021
- ungefährdet
Der Körper ist hochrückiger als beim Döbel, das Maul kleiner. Der Rand der Afterflosse ist nach innen gebogen, Bauch- und Afterflosse sind rötlich. Die Zierform "Goldorfe" stammt von dieser Art. Er lebt in strömungsberuhigten Flussabschnitten, Altarmen und Seen und laicht im Frühjahr an Wasserpflanzen. In Bayern kommt er in Donau, Main, Naab und Regnitz vor.

Barbe
- Schonzeit
- 1.5. bis 30.6.
- Mindestmaß
- 40 cm
- Größe
- meist 40 bis 60 cm, selten über 80 cm
- Rote Liste Bayern 2021
- ungefährdet
Der gestreckte Körper hat ein unterständiges Maul mit dicken Lippen und vier Barteln. Die Rückenflosse trägt einen gesägten Hartstrahl. Die Färbung ist bräunlich-olivgrün, die Bauchseite hell. Als Leitfisch der Barbenregion steht sie auf kiesigen, schnell strömenden Abschnitten und laicht dort im Frühsommer. In Bayern ist sie Leitfisch von Main, Isar, Lech, Inn und Donau.

Nase
- Schonzeit
- 1.3. bis 30.4.
- Mindestmaß
- 30 cm
- Größe
- meist 30 bis 40 cm, selten über 50 cm
- Rote Liste Bayern 2021
- gefährdet
Die Schnauze springt nasenartig vor, das unterständige Maul ist quer gespalten mit einer scharfen Hornleiste. Der Körper ist silbrig-grau, Bauch-, After- und Schwanzflosse sind rötlich. Die Bauchhöhle ist innen schwarz. Sie raspelt Algenrasen von Steinen und zieht im Frühjahr in Schwärmen zu den Laichplätzen auf Kies. In Bayern sind Main, Donau und Zuflüsse wie Naab und Regen ihre Heimat.

Hasel
- Schonzeit
- 1.3. bis 30.4.
- Mindestmaß
- keines
- Größe
- meist 15 bis 25 cm, selten über 30 cm
- Rote Liste Bayern 2021
- ungefährdet
Der Hasel ist schlank und silbrig, mit einem kleinen, endständigen Maul und gelblich-weißen Flossen. Der Rand der Afterflosse ist leicht nach innen gebogen. Er lebt im Schwarm in sauerstoffreichen, klaren Fließgewässern, oft in der Äschen- und Barbenregion. In Bayern lebt er in kiesigen Flüssen und Bächen in Franken und im Alpenvorland.

Giebel
- Schonzeit
- keine
- Mindestmaß
- keines
- Größe
- meist 15 bis 30 cm, selten über 40 cm
- Rote Liste Bayern 2021
- ungefährdet
Der Giebel sieht der Karausche ähnlich, hat aber einen schlankeren Körper, einen eher silbrigen Glanz und eine leicht nach innen gebogene Rückenflosse. Barteln fehlen wie bei der Karausche. Er ist anspruchslos, übersteht Sauerstoffmangel und besiedelt Teiche, Altwasser und Baggerseen. Er gilt in Mitteleuropa als eingeschleppt. In Bayern findest du ihn in Weihern, Altwassern und Baggerseen.

Gründling
- Schonzeit
- keine
- Mindestmaß
- keines
- Größe
- meist 8 bis 15 cm
- Rote Liste Bayern 2021
- ungefährdet
Der kleine, walzenförmige Bodenfisch hat ein unterständiges Maul mit zwei kurzen Barteln an den Maulwinkeln. Entlang der Flanke verläuft eine Reihe dunkler Flecken. Er lebt in Gruppen auf sandigem und kiesigem Grund und ist ein wichtiger Futterfisch für Raubfische. In Bayern besiedelt er fast alle Bäche und Flüsse.

Ukelei (Laube)
- Schonzeit
- keine
- Mindestmaß
- keines
- Hinweis
- in der Verordnung als Laube geführt
- Größe
- meist 10 bis 15 cm, selten über 20 cm
- Rote Liste Bayern 2021
- ungefährdet
Die Ukelei ist schlank, silbrig, mit oberständigem Maul und langer Afterflosse (16 bis 20 Strahlen). Der Rücken ist grünlich, der Bauch hell. Sie bildet Schwärme dicht unter der Oberfläche und schnappt nach Anflug und Plankton. In Bayern ist sie in Seen wie dem Altmühlsee und in langsamen Flüssen häufig.

Kaulbarsch
- Schonzeit
- keine
- Mindestmaß
- keines
- Größe
- meist 10 bis 15 cm
- Rote Liste Bayern 2021
- ungefährdet
Ein kleiner Barschartiger mit einer einteiligen, langen Rückenflosse, die vorn Stachel- und hinten Weichstrahlen trägt. Der Körper ist olivbraun gefleckt, der Kopf hat deutliche Schleimgruben. Er lebt am Grund über Sand und Kies und ist ein typischer Beifang beim Grundangeln. In Bayern kommt er in Donau und Main vor. Im Ammersee lebt eine eigene Form (Ammersee-Kaulbarsch), die ganzjährig geschont ist.
Zährte (Seerüssling)
- Schonzeit
- keine
- Mindestmaß
- keines
- Größe
- meist 25 bis 35 cm
- Rote Liste Bayern 2021
- Vorwarnliste
Die Schnauze ragt rüsselartig über das unterständige Maul hinaus. Die Afterflosse ist lang, der Körper schlank und silbrig, zur Laichzeit färben sich die Männchen dunkel. Im Unterschied zur Nase fehlt die scharfe Hornleiste. Sie lebt in großen Flüssen und wandert zum Laichen flussaufwärts auf Kiesbänke. In Bayern ist sie selten und kommt in Donau und Main vor.

Elritze
- Schonzeit
- 1.5. bis 30.6.
- Mindestmaß
- keines
- Größe
- meist 6 bis 10 cm
- Rote Liste Bayern 2021
- Vorwarnliste
Ein winziger, torpedoförmiger Schwarmfisch mit dunklem Längsband, olivbraunem Rücken und sehr kleinen Schuppen. Zur Laichzeit färben sich die Männchen am Bauch rot und tragen Laichausschlag. Sie lebt in klaren, kühlen Bächen und Seen mit Kies und ist ein Zeiger für saubere Gewässer. In Bayern lebt sie in Gebirgsbächen und Oberläufen von den Alpen bis in die Mittelgebirge.
Forellen, Saiblinge, Äsche, Huchen und Renken
Alle Lachsartigen tragen zwischen Rücken- und Schwanzflosse eine kleine Fettflosse ohne Strahlen. Das ist das wichtigste Merkmal.

Bachforelle
- Schonzeit
- 1.10. bis 15.3.
- Mindestmaß
- 26 cm
- Größe
- meist 25 bis 40 cm, selten über 60 cm
- Rote Liste Bayern 2021
- Vorwarnliste
Typisch sind die Fettflosse und die rotgetüpfelten Flanken: Rote Punkte mit hellem Hof und schwarze Punkte auf braun-goldenem Grund. Das Maul reicht bis hinter das Auge. Die Schwanzflosse ist kaum eingebuchtet. Sie steht in kühlem, sauerstoffreichem Wasser an Unterständen, im Bach wie im Oberlauf großer Flüsse. In Bayern ist sie in unzähligen Bächen von den Alpen bis zum Spessart zu Hause, etwa in der Altmühl und in der Fränkischen Schweiz.

Regenbogenforelle
- Schonzeit
- 15.12. bis 15.3.
- Mindestmaß
- 26 cm
- Größe
- meist 30 bis 50 cm, selten über 70 cm
- Rote Liste Bayern 2021
- nicht bewertet (eingeführte Art)
Die aus Nordamerika stammende Art hat ein breites, rötliches Längsband und viele kleine schwarze Punkte, auch auf der Schwanzflosse und dem Rücken. Rote Punkte fehlen. Auch sie trägt eine Fettflosse. Sie wird in Teichanlagen gezüchtet und für den Angelbesatz in Seen und Forellenteichen genutzt. In freier Natur vermehrt sie sich in Mitteleuropa nur selten. In Bayern stammt der Großteil aus Teichwirtschaften, besonders in der Fränkischen Schweiz und im Alpenvorland.
Seeforelle
- Schonzeit
- 1.10. bis 15.3.
- Mindestmaß
- 60 cm
- Hinweis
- gilt nur im Donau- und Rheingebiet
- Größe
- meist 50 bis 80 cm, selten über 100 cm
- Rote Liste Bayern 2021
- Vorwarnliste (gilt für die Forelle insgesamt)
Die Seeforelle ist die große, silbrige Seeform der Bachforelle. Die Flanken tragen vor allem schwarze, X-förmige Punkte, rote Punkte treten zurück. Auch sie hat eine Fettflosse. Sie lebt im Freiwasser großer Seen und steigt zum Laichen in kiesige Zuflüsse auf. Querbauwerke ohne Fischtreppe sperren ihr den Weg. In Bayern kommt sie in Chiemsee, Walchensee, Königssee und im bayerischen Teil des Bodensees vor.

Äsche
- Schonzeit
- 1.1. bis 30.4.
- Mindestmaß
- 35 cm
- Größe
- meist 30 bis 45 cm, selten über 55 cm
- Rote Liste Bayern 2021
- stark gefährdet
Das Markenzeichen ist die große, segelartige Rückenflosse mit violetten Flecken. Das Maul ist klein, der Körper silbrig-grau mit leichtem Violett-Schimmer, die Schuppen sind klein. Auch die Äsche hat eine Fettflosse. Sie ist Leitfisch der Äschenregion, steht im klaren, schnell strömenden Wasser und reagiert empfindlich auf Wärme und Fressfeinde. In Bayern findest du sie in Isar, Lech, Iller, Ammer und Altmühl sowie in der Wiesent. Ihr Bestand sinkt seit Jahren, sie kommt nur noch in 29 Prozent ihrer ursprünglichen Gewässer vor.5

Huchen (Donaulachs)
- Schonzeit
- 15.2. bis 30.6.
- Mindestmaß
- 90 cm
- Hinweis
- gilt nur im Donaugebiet
- Größe
- meist 80 bis 120 cm, selten über 150 cm
- Rote Liste Bayern 2021
- stark gefährdet
Der Huchen ist der größte Lachsartige im Donaugebiet, torpedoförmig mit flachem Kopf und breitem Maul. Der Rücken ist kupferbraun bis grau, die Flossen sind rötlich, kleine schwarze Punkte stehen auf Rücken und Kopf. Er hat eine Fettflosse. Er lebt in kühlen, schnell fließenden Flüssen mit Kiesbänken und laicht schon im März und April. In Bayern lebt er in Isar, Inn, Salzach, Lech, Naab und Regen. Er ist hier so selten, dass er nur noch in 20 Prozent seiner früheren Gewässer vorkommt.5

Bachsaibling
- Schonzeit
- keine
- Mindestmaß
- keines
- Größe
- meist 20 bis 30 cm, selten über 40 cm
- Rote Liste Bayern 2021
- nicht bewertet (eingeführte Art)
Der Bachsaibling stammt aus Nordamerika. Auf dem dunklen Rücken stehen helle Wurmlinien, auf den Flanken rote Punkte mit blauem Hof. Bauch-, Brust- und Afterflosse haben weiße Vorderränder. Die Fettflosse ist vorhanden. Er wird als Besatzfisch in kalten Bächen und Teichen gehalten und pflanzt sich in freier Wildbahn nur selten fort. In Bayern findest du ihn in einzelnen kalten Gebirgsbächen und in Forellenteichen.

Seesaibling
- Schonzeit
- 1.10. bis 31.12.
- Mindestmaß
- 30 cm
- Hinweis
- gilt nur im Donaugebiet
- Größe
- meist 25 bis 40 cm, selten über 60 cm
- Rote Liste Bayern 2021
- ungefährdet
Der Seesaibling hat einen dunklen Rücken, helle Flecken und einen oft orangeroten Bauch. Bauch- und Afterflosse haben weiße Vorderränder. Die Schuppen sind sehr klein, die Fettflosse ist vorhanden. Er lebt in kalten, tiefen, sauerstoffreichen Seen und laicht im Herbst und Winter auf Kies. In Bayern kommt er in Königssee, Walchensee, Tegernsee und Schliersee vor.

Renke (Felchen, Maräne)
- Schonzeit
- 15.10. bis 31.12.
- Mindestmaß
- 30 cm
- Hinweis
- gilt für alle Renken und Felchen (Coregonus)
- Größe
- meist 25 bis 40 cm, selten über 50 cm
- Rote Liste Bayern 2021
- extrem selten (Bodenseefelchen: Blaufelchen, Gangfisch, Sandfelchen)
Renken sind silbrige Freiwasserfische mit großen Schuppen, kleinem Maul und einer Fettflosse. Die Arten im Bodensee (Blaufelchen, Gangfisch, Sandfelchen) lassen sich nur an der Zahl der Kiemenreusenzähne sicher bestimmen. Sie leben im Freiwasser tiefer, kalter Seen, fressen Plankton und laichen im Winter. In Bayern fängst du Renken in Starnberger See, Ammersee, Chiemsee und Tegernsee, am Bodensee heißen sie Felchen.
Der Edelkrebs
Der Edelkrebs ist kein Fisch, steht aber im Fischereirecht und in der Fischerprüfung gleichberechtigt neben den Fischarten.

Edelkrebs
- Schonzeit
- Weibchen 1.10. bis 31.7., Männchen keine
- Mindestmaß
- 12 cm
- Hinweis
- gemessen von der Kopfspitze bis zum Schwanzende
- Größe
- meist 10 bis 16 cm, selten bis 20 cm
- Rote Liste Bayern 2021
- in der Fischliste nicht enthalten (eigene Liste für Krebse)
Der Panzer ist braun bis olivgrün, die Scheren sind außen glatt und unten rot. Hinter der Nackenfurche liegt nur ein Paar Leisten. Der Steinkrebs ist deutlich kleiner, der amerikanische Signalkrebs hat einen weißen Fleck am Scherengelenk. Er braucht sauberes, sauerstoffreiches Wasser mit Höhlen im Ufer. Die Krebspest, die vom Signalkrebs übertragen wird, hat die Bestände fast ausgelöscht. In Bayern gibt es nur noch wenige Bestände in kleinen Bächen und Weihern.6
Ganzjährig geschützte und seltene Arten
Diese Arten sind in Bayern ganzjährig geschont oder sehr selten. Du musst sie nicht fangen, aber in der Prüfung erkennen.
Die Verordnung nennt dazu viele weitere geschonte Arten, darunter Atlantischer Stör, Sterlet, Schneider, Frauennerfling, Zingel, Streber, Schrätzer, Steinbeißer, alle Neunaugen und den Steinkrebs.2
- Karausche (Carassius carassius): Ganzjährig geschont, Rote Liste: vom Aussterben bedroht. Der hochrückige, goldbraune Fisch ohne Barteln verschwindet, weil kleine Teiche verlanden und der Giebel ihn verdrängt.
- Bitterling (Rhodeus amarus): Ganzjährig geschont, Rote Liste: ungefährdet. Der kleine Fisch legt seine Eier in Teich- und Flussmuscheln ab. Er braucht deshalb gesunde Muschelbestände.
- Schlammpeitzger (Misgurnus fossilis): Ganzjährig geschont, Rote Liste: vom Aussterben bedroht. Er ist aalähnlich, hat zehn Barteln und lebt im Schlamm kleiner Gräben und Altwasser.
- Zope (Ballerus ballerus): Ganzjährig geschont (nur Donaugebiet), Rote Liste: vom Aussterben bedroht. Sie ähnelt der Brachse, hat aber eine auffallend lange Afterflosse und eine blaugraue Färbung.
- Koppe (Groppe) (Cottus gobio): Schonzeit 1.2. bis 30.4., Rote Liste: ungefährdet. Der kleine Grundfisch mit breitem Kopf lebt unter Steinen in kalten, sauberen Bächen.
- Meerforelle (Salmo trutta trutta): Ganzjährig geschont (Elbe, Rhein, Weser). Die Meerforelle wandert aus der Nordsee, in Bayern ist sie praktisch nicht mehr zu erwarten.
- Atlantischer Lachs (Salmo salar): Ganzjährig geschont (Elbe, Rhein, Weser), in Bayern ausgestorben (Rote Liste 0). Wiederansiedlungsversuche laufen im Rheineinzugsgebiet.
Bodensee: Bayern hat einen Anteil
Am bayerischen Ufer des Bodensees bei Lindau gelten nicht die Zahlen der Tabelle oben, sondern die Regeln für den Bodensee-Obersee. Sie werden von der Internationalen Bevollmächtigtenkonferenz für die Bodenseefischerei (IBKF) mit den Anrainern Baden-Württemberg, Österreich und der Schweiz abgestimmt und weichen bei Schonzeiten, Mindestmaßen und Fangmethoden zum Teil deutlich ab.
Beispiel: Beim Zander nennen die Bestimmungen für die Angelfischerei (Stand 2020) 40 Zentimeter und die Schonzeit vom 1. April bis 31. Mai, beim Hecht gelten keine Schonzeit und kein Mindestmaß.7
Frag also vor dem Angeln am Bodensee nach der aktuellen Bestimmung der Fischereiaufsicht.
Häufige Fragen
Welche Schonzeiten gelten in Bayern?
Das hängt von der Art ab: Hecht und Zander haben Schonzeiten im Frühjahr, Forellen und Äschen eigene Fristen. Alle Zeiträume mit Kalender stehen im Artikel Schonzeiten Bayern.2
Wie viele Fischarten gibt es in Bayern?
Die Rote Liste von 2021 nennt 93 Fisch- und Rundmaularten, davon 75 heimische bewertete Arten und 18 Neozoen. Für die Prüfung und den Angelalltag sind etwa 30 Arten wichtig, die du in diesem Artikel findest.1
Welche Fische sind in Bayern ganzjährig geschont?
Ganzjährig geschont sind unter anderem Karausche, Bitterling, Schlammpeitzger, Zope, Atlantischer Lachs, Meerforelle, Sterlet, Schneider, Zingel und alle Neunaugen. Die vollständige Liste steht in der Anlage der AVBayFiG.2
Welche Schonzeit hat der Hecht in Bayern?
Vom 15. Februar bis 30. April, bei einem Mindestmaß von 50 Zentimetern. Für den Zander gilt dasselbe.2
Wie unterscheide ich Rotauge und Rotfeder?
Beim Rotauge beginnt die Rückenflosse über den Bauchflossen, das Maul ist endständig, die Iris leuchtet rot. Bei der Rotfeder sitzt die Rückenflosse weiter hinten, das Maul ist oberständig, und alle Flossen sind blutrot.
Gelten am Bodensee dieselben Regeln?
Nein. Am Bodensee gelten die Beschlüsse der Internationalen Bevollmächtigtenkonferenz für die Bodenseefischerei, die teils abweichen.7
Quellen
- Voith et al., Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege: Rote Listen Bayern, Fische und Rundmäuler (2022) (anl.bayern.de)
- Anlage zur Ausführungsverordnung zum Bayerischen Fischereigesetz: Schonzeiten und Schonmaße (ab 01.06.2025) (gesetze-bayern.de)
- Zwei-Seen-Land: Angeln am Walchensee (zwei-seen-land.de)
- Bayerisches Landesamt für Umwelt: Rote Liste und Gesamtartenliste Bayern, Fische und Rundmäuler (2021) (lfu.bayern.de)
- Bayerischer Landtag, Drucksache 19/8178: Antwort der Staatsregierung zur Lage der Fischerei (24.09.2025) (bayern.landtag.de)
- Bayerischer Landtag, Drucksache 19/3595: Antwort der Staatsregierung zu Flusskrebsen (14.10.2024) (bayern.landtag.de)
- Bodenseekreis: Infoblatt Bestimmungen Angelfischerei Bodensee (2020) (bodenseekreis.de)
Genug gelesen, Zeit zum Üben
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